MAROKKO – HUNDE
Maroc-Aidis

 

 

Unsere Tifniter Aidis

 

An der südlichen Atlantikküste Marokkos sind uns die Hunde begegnet, die wir als Tifniter Aidis bezeichnen. Sie leben in den weitläufigen Buchten in der Nähe der Fischer.

 

Insbesondere in der Bucht von Tifnite, wo neben dem gleichnamigen Fischerdorf auch Saisonfischer in Höhlen in der Steilküste leben, haben wir viele Exemplare dieser Art gesehen. Sie tragen einen  großen Erbteil der sanftmütigen, eleganten Sloughis in sich.

 

Sicherlich aufgrund der dünnen Besiedelung entlang der Küste, die Begegnungen mit anderen Hunderudeln verhinderte, haben diese Hunde eine bestimmte rasseartige Entwicklung erlebt.

 

Sie haben den Körperbau eines kräftigen Windhundes von mittelgroßem Wuchs. Die Hündinnen haben bis zu 50 cm Schulterhöhe und wiegen zwischen 16 bis 22 kg – die Rüden sind naturgemäß etwas größer und schwerer. Sie haben häufig die typischen Sloughi-Farben von sandfarben bis gestromt, aber auch viele gefleckte Farbschläge.

 

Ihr größtes Versorgungsproblem ist das Trinkwasser an der Küste. Sie müssen weite Wege zurücklegen, um an Süßwasser zu kommen. Besonders in den heißen Sommermonaten kann es ihnen zum Verhängnis werden,  wenn die meisten kleinen Bäche ausgetrocknet sind. So haben wir ihnen mitunter eine größere Hilfe mit mitgebrachtem Wasser geleistet als mit Futter.

 

Die Tifniter Aidis ernähren sich vorwiegend von Fischen und kleinen Meerestieren, die bei Ebbe zurückbleiben. In der Nähe der Fischer halten sie sich auf, weil sie die Fischabfälle fressen. Sie stehen bereits abwartend parat, wenn die kleinen Boote vom Fischfang zurückkehren.

 

In der Haushund-Haltung bei uns haben die Tifniter Aidis sich als ausdauernde Energiebündel mit großer Sensibilität gezeigt. Ganz im Gegensatz zu den eher reservierten reinrassigen Windhunden sind sie sehr verschmust. Ihre Haltung ist unkompliziert, erfordert aber eine konsequente Erziehung - sie haben nämlich ihren eigenen Kopf! So sollte ihnen liebevoll, aber streng vermittelt werden, daß ihr Mensch das Sagen hat.

 

Völlig pflegeleicht ist ihr kurzes Fell, welches sie auch putzen. Sie eignen sich überhaupt nicht für die Haltung in Zwingern, da wir sie familien-eingebunden im Haus halten – ein dickes, gemütliches Kuschelkissen oder gar die Sofaecke sind dann schon eher passend. Bei uns wollen sie nichts mehr wissen vom harten Leben als Fischer-Begleithund in Marokko – und Fleisch fressen sie auch lieber als Fisch. Geblieben ist in ihrem Fressverhalten das offensichtlich in den Genen verborgene Wissen um scharfe Gräten: sie fressen sehr vorsichtig und sortieren Gräten oder spitze Knochen aus, wenn wir einmal etwas übersehen haben bei der Futterzubereitung.

 

Wenn Sie als Hundehalter Zeit und Ausdauer haben, Individualität lieben, sich gern auf Abenteuer einlassen und das auch für die Zeitspanne eines Hundelebens von  12 – 18 Jahren einhalten wollen, vertrauen wir Ihnen gern eines unserer Kleinen an.